Histaminintoleranz – Unverträglichkeit erkennen und behandeln

Es zeigen sich Symptome einer Histaminintoleranz

Wenn eine Histaminintoleranz vorliegt, dann reagiert der Körper auf den erhöhten Konsum von Histamin mit Unverträglichkeitsreaktionen. Histamin kommt natürlicherweise im Körper vor, ist allerdings auch in vielen Lebensmitteln enthalten. Die ersten Symptome können wenige Minuten nach dem Genuss histaminhaltiger Lebensmittel auftreten, allerdings auch zeitversetzt einige Stunden später. Dadurch assoziiert man die Beschwerden meistens nicht mehr mit dem Essen. Auch einige Symptome, die im nachfolgenden aufgezählt werden, bringt man nicht unbedingt mit dem was man gegessen hat in Verbindung.  

Das sind die typischen Symptome: 

  • Herzrasen, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck
  • Migräne, Schwindel
  • Exzeme, Juckreiz 
  • Blähungen, Durchfall, Übelkeit 
  • Atembeschwerden, Asthmasymptome
  • Müdigkeit, Hitzewallungen
  • Menstruationsbeschwerden

Ich selbst hatte immer mit Herzrasen, Schwindel, Durchfall und Blähungen zu tun. Außerdem hatte ich regelmäßig starke, schmerzhafte Perioden. Diese habe ich bis dahin nicht mit meiner Ernährung in Verbindung gebracht. Abendessen mit Freunden wurden meist wegen starken Beschwerden frühzeitig abgebrochen und der Alltag gestaltete sich mit regelmäßigem Durchfall auch recht schwierig. Ich bin sehr dankbar mit dem Prinzip der Elimination die Lösung für mein Problem gefunden zu haben. 

Im Übrigen können während der Schwangerschaft die Symptome komplett verschwinden, treten danach allerdings wieder auf. Die Histaminintoleranz führt aber selten zu lebensbedrohlichen Komplikationen, wie beispielsweise die Nussallergie. 

Was sind die Ursachen?

Normalerweise wird das Histamin durch das körpereigene Enzym (DAO) im Dünndarm abgebaut. Bei einer Intoleranz ist dies nicht der Fall. Das Histamin kann nicht oder nur teilweise abgebaut werden und gelangt so ungehindert in den Dünndarm. Die Folge sind die oben beschriebenen Symptome. Es wird vermutet, dass die Histaminintoleranz nicht angeboren, sondern erworben ist. Bestätigt ist das aber noch nicht. Betrachtet man die heutige westliche Ernährungsweise, könnte man davon ausgehen, dass es auch durch unser eher entzündungsförderndes Essverhalten und unsere Lebensweise, die den Darm schwer zusetzt, ausgelöst wird. Das ist bis jetzt allerdings nur eine Theorie, die ich aber durchaus vertrete. In meinem Coaching möchte ich genau da ansetzen und die Menschen wieder für gesunde Ernährung und einen gesunden Darm sensibilisieren. 

Wie wird die Histaminintoleranz diagnostiziert?

Anhand eines Blutbilds und des Urins kann man die DAO-Aktivität feststellen. Allerdings sagt das noch nicht viel aus und ergibt keine eindeutige Schlussfolgerung. Viel aufschlussreicher ist da eine Ernährungsumstellung, wie das Prinzip der Elimination. Das hat mir geholfen nach fast zwanzig Jahren die Ursache meiner Beschwerden zu finden. 

Im Prinzip ist die Umsetzung sehr simpel. Man eliminiert ausgewählte Nahrungsmittelgruppen für eine bestimmte Zeit und führt sie anschließend mit einem bestimmten Verfahren Schritt für Schritt wieder ein. Sehr hilfreich ist hier das Führen eines Tagebuchs.

Welche Lebensmittel sollte man vermeiden? 

Dazu muss man wissen, dass man nicht nur histaminhaltige Lebensmittel meiden sollte, sondern ebenfalls sogenannte Liberatoren und DAO-Hemmer. Histamin-Liberatoren sind Lebensmittel und Nahrungsmittelzusatzstoffe, die zwar nur wenig Histamin enthalten, aber 

  • die Histaminausschüttung im Darm begünstigen und
  • die das Enzym DAO blockieren

Dadurch wird die Wirkung im Vergleich zu Lebensmittel mit viel Histamin sehr ähnlich. Dazu zählen: 

  • Schokolade (mit viel Kakaoanteil, weiße Schokolade wird i.d.R. vertragen)
  • Ananas, Erdbeeren, Kiwis, Zitrone
  • Glutamat, Konservierungsmittel 
  • Meeresfrüchte 
  • Röntgenkontraststoffe 

DAO- Hemmer beeinträchtigen die Wirkung des Enzyms DAO. Dieses hat – wie wir schon wissen – die Aufgabe, Histamin abzubauen. Hierzu zählen: 

  • Alkohol 
  • Kakao
  • Energy Drinks
  • Muskatnuss
  • Medikamente

Nun aber zu einigen histaminhaltigen Lebensmitteln, um einen groben Überblick zu bekommen:

  • Rotwein
  • Hefe
  • lang gereifter Käse 
  • Geräucherter Fisch/Fleisch
  • Soja 
  • Sauerkraut
  • Eingelegte Lebensmittel 
  • Tomaten

Du solltest dir unbedingt merken, dass Alkohol in Verbindung mit histaminhaltigen Lebensmitteln viel stärkere Reaktionen hervorrufen kann. Wenn du also den Verdacht haben solltest, histaminintolerant zu sein, versuche dies schon mal zu vermeiden. 

Es gibt natürlich allerhand Alternativen, sodass es dir trotz Verzicht an nichts fehlt. Weiße Schokolade kannst du zum Beispiel bedenkenlos konsumieren und falls du ein Nussfan bist, wie ich, kannst du zu den leckeren Pistazien greifen. Du siehst, wenn man ein bisschen recherchiert, findet man leckere Alternativen. Seitdem ich meine Ernährung umgestellt habe und mich damit intensiv auseinandersetze, finde ich immer wieder neue, leckere und inspirierende Rezepte für uns Histaminis.

Gibt es eine Therapie?

Du solltest deine individuelle Histamingrenze finden. Man kann nicht ganz auf Histamin verzichten, weil es quasi in fast jedem Lebensmittel vorhanden ist, Diese Lebensmittel sorgen dafür, dass die Wirkung des Enzyms blockiert oder die Histaminausschüttung zusätzlich begünstigt wird. Du solltest dich also so gut es geht histaminarm ernähren und deine Ernährung dauerhaft umstellen. Das ist gar nicht so schwer wie du vielleicht denkst. Ich spreche aus Erfahrung.

Gut zu wissen:

  • Stress, Schock, Unfälle, große Angst und Schmerzen kann noch mehr Histamin freisetzen
  • Bevorzuge möglichst frische Lebensmittel
  • Supplementiere Vitamin C, es beschleunigt den Abbau von Histamin (Achtung! Keine Zitrusfrüchte konsumieren, sie fördern die Histaminausschüttung)

Meine persönlichen Erfahrungen mit der Histaminintoleranz

Hallo, ich bin die Nancy und selbst von der Histaminintoleranz betroffen. Fast zwanzig Jahre habe ich unter meinen Beschwerden leiden müssen, die Jahr um Jahr immer schlimmer wurden. Ich hatte einen Blähbauch als wäre ich im 6. Monat schwanger, ständig Durchfall und hatte kaum Energie, um den Tag zu überstehen. 

Ich ging von einem Arzt zum Nächsten, um mir anhören zu dürfen, dass es nur psychisch wäre und man mir nicht helfen könnte. Aussagen wie „Sie müssen nur mal Nahrungsmittel weglassen, die ihnen nicht guttun und dann wird das schon wieder.“ durfte ich mir immer und immer wieder anhören. Aber worum es konkret ging und wie das funktionieren soll sagte man mir nicht. 

Verzweifelt, unverstanden und frustriert schlug ich mich jahrelang mit meinen Schmerzen durch. Bis ich letztes Jahr auf das Prinzip der Elimination aufmerksam gemacht wurden bin. Das war der Schlüssel zu meiner so langersehnten Beschwerdefreiheit. Ich bin heute beschwerdefrei, voller Energie und kann endlich wieder genussvoll essen. 

Ich möchte mit diesem Prinzip auch anderen Betroffenen helfen und zeigen, dass ihr euch nicht mit diesem Zustand abfinden müsst und ihr es nicht selbst in der Hand habt, wieder ein beschwerdefreies Leben zu führen. Das ist einfacher als ihr denkt. Ich würde mir wünschen, euch auf diesem Weg begleiten zu dürfen. 

Autor

Nancy Sölter

Meine Name ist Nancy Sölter. Ich bin Personal Trainerin, Online Coach, Autorin und derzeit in Leipzig tätig. Ich berate dich unter anderem, auf dem Gebiet des Eliminationsprinzips. Damit du, wie ich, endlich wieder genussvoll essen kannst. Sehr gern begleite ich dich auf deinem Weg zur Beschwerdefreiheit.

Du kannst Dich mit ihr über Instagram (@nancy_personaltraining) oder ihrer Website (www.nancy-personaltraining.de) verbinden.

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