4 Eigenschaften glücklicher Menschen – Darauf kommt es an!

Das Bild zeigt einen glücklichen Menschen mit einem großen Lächeln

Glücklich sein, ein Leben voller positiver Emotionen – das wünschen sich sicherlich viele. Oft fällt es uns schwer, diesen Zustand zu erreichen. Vor allem auch deshalb, da er durch unsere subjektive Wahrnehmung gesteuert wird. Doch welche Eigenschaften machen glückliche Menschen wirklich aus?

Ein Professor wanderte weit in die Berge, um einen berühmten Zen-Mönch zu besuchen. Als der Professor ihn gefunden hatte, stellte er sich höflich vor, nannte alle seine akademischen Titel und bat um Belehrung.

‘Möchten Sie Tee?’ fragte der Mönch. Ja, gern, sagte der Professor. Der alte Mönch schenkte Tee ein. Die Tasse war voll, aber der Mönch schenkte weiter ein, bis der Tee überfloss und über den Tisch auf den Boden tropfte. ‘Genug! rief der Professor’. Sehen Sie nicht, dass die Tasse schon voll ist? Es geht nichts mehr hinein. Der Mönch antwortete: Genau wie diese Tasse sind auch Sie voll von Ihrem Wissen und Ihren Vorurteilen. Um Neues zu lernen, müssen Sie erst Ihre Tasse leeren.

Glück. Das Wort Glück wird so oft verwendet, dass ich glaube, es steht kurz vor einem Burn-Out. Aber was ist Glück überhaupt? Ist Glück nicht für jeden Menschen etwas anderes? Die eindeutige Antwort lautet hier Jain.

Beginnen wir von vorne. Wenn ich das Wort „Haus“ sage, welches Bild hast du dann vor deinem inneren Auge? Vielleicht das Haus deiner Eltern? Ein Haus, dass du aus dem Urlaub kennst? Vielleicht auch eines, dass komplett deiner Fantasie entspricht. Mit oder ohne Vorgarten. Ich habe das Haus vom Nikolaus vor meinem inneren Auge. Das identische Wort. Zwei Bilder und damit zwei Bedeutungen. Wenn wir schon beim Wort „Haus“ – das wir zumindest theoretisch abgleichen könnten – so große Unterschiede haben, wie groß ist dann wohl der Unterschied bei einem Wort wie „Glück“? Das Missverständnis ist also die Regel, nicht die Ausnahme.

Wie lösen wir dieses Problem? Wir gehen in die Schweiz! Wir brauchen einen neutralen Ort. An diesem neutralen Ort geht es nicht um meine Bedeutung eines Wortes und auch nicht um deine Bedeutung des Wortes. Neutraler Boden. Eben die Schweiz.

Die Schweiz ist für uns die Wortherkunft (Etymologie). Das Wort „Glück“ stammt aus dem mittelhochdeutschen „Gelücke“. Das bedeutet „gelingen“. Glück ist also ein Verb – ein Tun-Wort. Nichts, was gelungen ist, sondern etwas das gerade gelingt. There is no way to happiness. Happiness is he way. Was machen wir jetzt mit dieser Erkenntnis? Ich stelle erstmal eine gewagte These in den Raum.

Ziele sind für Looser!

Wow. Ziele sind für Looser. Aber überall wird einem doch gesagt, dass man sich große Ziele setzen soll. Bin ich also gegen Ziele? Der Reihe nach.

1. Zielsetzung macht den Unterschied

Wenn du ein Ziel setzt, dann ist es etwas, das du noch nicht hast, bist oder erreicht hast. Im Vergleich zu deinem Ziel hast du weniger oder bist „schlechter“. Du bist also ein Looser im Vergleich zu deinem Ziel. Da wir Menschen dazu neigen, uns zu vergleichen, wirst du dich unbewusst tendenziell im Mangel wiederfinden. Keine gute Grundlage für Glück.

2. Zielerreichung und Glück

Viele Menschen verwechseln das Gefühl, dass Sie bei Zielerreichung spüren mit Glück. Bei Zielerreichung spüren wir kein Glück. Sondern Erleichterung. Ich habe nichts gegen Erleichterung. Ich mag sie. Aber sie ist kein Glück. Und so, wie es einen Unterschied macht, ob ich an ein Einfamilienhaus mit Garten – in 3D und in Farbe – denke oder an das Haus vom Nikolaus, so macht es einen enormen Unterschied, ob ich Glück oder Erleichterung spüre.

3. Wenn – Dann Glück

In unserer Gesellschaft werden wir auf das „Wenn – Dann – Spiel“ trainiert. Wenn ich das oder jenes erreicht habe, dann bin ich glücklich. Wenn ich das Studium fertig, dann bin ich glücklich. Wenn ich einen Partner habe, dann bin ich glücklich. Wenn ich das Haus gebaut, Kinder bekommen habe und in Rente bin, dann bin ich glücklich. Wie oft hat das bei dir schon funktioniert? Wie oft warst du danach glücklich? Nicht nur kurz erleichtert, sondern wirklich glücklich. Also, wie oft bist du angekommen und warst wirklich glücklich? Noch nie.

4. Horror Vacui

Was passiert, wenn du dein großes Ziel erreicht hast? Großes Ziel, großes Vakuum. Vielleicht erinnerst du dich an Michael Schumacher. Was hat er gemacht, als er 2000 den Rekord von Ayrton Senna beim Großen Preis von Italien eingestellt hat? Er weinte. Nicht vor Freude, sondern weil er plötzlich in einem Vakuum war. Was nun? Das gleiche bei Reinhold Messner. Er weinte den ganzen Rückweg den Mount Everest runter. In der Psychologie nennen wir das Horror Vacui. Viele Menschen denken, sie hätten Angst zu versagen. Meine Erfahrung ist jedoch, dass zumindest einige Menschen in Wirklichkeit Angst haben, ihr Ziel zu erreichen.

Bin ich also ein fundamentaler Gegner von Zielen? Zerstören Ziele mein Glück? Diesmal eine eindeutige Antwort: Nein.

Ein Ziel zu erreichen ist per Definition nur keine Möglichkeit glücklich zu werden. Ziele sind nur Übertreibungen vom dem, was du bereits kennst. Damit stellst du sicher, dass dir nie etwas Neues widerfährt. Lebe nicht 70 Jahre das gleiche Jahr und nenne dies dann Leben. Glück ist der Weg, nicht das Ziel.

Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt (Friedrich Schiller)

Schauen wir uns also an, was glückliche Menschen machen. Was machen Kinder? Eine der grundlegenden Weisheiten lautet: Du kannst im Leben nicht ankommen, du kannst es nur spielen.

„Ich bin mit meiner Frau und meinem Sohn am Strand. Salziger Duft steigt in meine Nase und das Rauschen des Meeres umgarnt meinen Gehörgang. Meine Frau lächelt mich an und zeigt auf unseren Sohn, der eine Sandburg baut. Und in diesem Moment war er fertig. Eine großartige Burg. Stolz wie ein Vater nur sein konnte, stand ich auf und habe den Strandnachbarn ohne deren Einwilligung erzählt, dass mein Sohn ein begnadeter Architekt werden wird. Im Augenwinkel erkenne ich meine Frau. Sie lächelt. Sie lächelt mich aus.

Umgehend drehe ich mich zu meinem Sohn um und stelle zu meinem Entsetzen fest, dass sich mein Sohn der Burg mit der gleichen Begeisterung des Bauens, nun deren Zerstörung gewidmet hat. „Was machst du denn da? Die Burg war doch so großartig, warum machst du sie wieder kaputt?“, mein Sohn schaut mich verdutzt an und fragt nur „Was hätte ich mit der Burg denn machen sollen? Sie verwalten?“.“

Erwachsene sind Ergebnisorientiert. Kinder sind Erlebnisorientiert. Werdet wie die Kinder, denn Ihrer ist das Himmelsreich.

Es geht um das Spielen. Um die Aufgabe. Der Sinn des Lebens ist es, dass Leben sinn-voll zu erleben. Mit allen Sinnen. Glücklich werden wir dann, wenn wir uns Aufgaben geben, wenn wir Spiele spielen. Du bist dann kein Looser. Du bist glücklich. Kein „Wenn – Dann“, sondern JETZT. Kein Horror Vacui. Wie oft sind Kinder glücklich? Wie oft bist du glücklich? Ich ersetze nicht nur zwei Worte, sondern meine gesamte Einstellung.

Stell dir vor, du machst eine Fortbildung wegen dem Zertifikat, weil du dann glücklich sein kannst. Die Fortbildung geht zwei Jahre. Viel pauken. Entbehrung. Zwei Jahre hast du geopfert. Du bestehst die Prüfung und spürst … richtig. Erleichterung. Vielleicht ein oder zwei Wochen. Stell dir stattdessen vor, du hast Lust etwas zu lernen. Etwas zu spielen. Eine Fortbildung die dich interessiert. An der du wachsen kannst. Zwei Jahre Freude. Nicht immer spaßig, aber voller Freude. Du bestehst die Prüfung. Auch hier ein bis zwei Wochen Erleichterung. Aber davor waren zwei Jahre Freude. Du erkennst den Unterschied.

Das möchte ich dir noch mitgeben

Wenn die Qualität deines Lebens von der Qualität deiner Gefühle abhängt, dann weißt du, was zu tun ist. Setzte dir keine Ziele, damit du dann glücklich wirst. Sondern gib dir Aufgaben, die dir Freude bereiten. Freude ist ein Götterfunke, Spaß ist nur oberflächlich. Mögen deine Ziele nicht in Erfüllung gehen. Mögen dir Dinge widerfahren, die du dir nie erträumt hättest. Erlebe dein Leben – sinn-voll.

Autor

Stefano Guiso

Wir kommen auf die Welt und die Welt ist schon da. Schmerzen, Müdigkeit, Bewegungsblockaden, Lustlosigkeit und auch eine geringe Leistungsfähigkeit, sind schützende Reaktionen des Gehirns, um unser Überleben zu sichern. Und wer verändert sich schon gerne, wenn es ums Überleben geht? Hast du deine Gebrauchsanweisung gelesen?

Ich bin Stefano Guiso und Dolmetscher für Gehirne und Neuronen, damit diese wieder lernen, Situationen klar einzuschätzen und dir die Möglichkeit zu geben, das Leben nicht nur zu überleben, sondern zu erleben – die Voraussetzung für ein glückliches und erfülltes Leben. Ich kombiniere meine Tätigkeit als Trainer der Mobilität und Neuroplastizität, mit dem mentalen Coaching und Hypnose, um meine Klienten nachhaltig zu begleiten ihre eigene Gebrauchsanweisung zu ent-decken. Lebe mit Absicht. Jetzt. Im Körper und im Geist.

Du kannst Dich mit ihm über Instagram (@movinglife.jetzt) oder mit seiner Website (www.movinglife.jetzt) verbinden.

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7 kommentare zu “4 Eigenschaften glücklicher Menschen – Darauf kommt es an!

  1. Stefano, DU BIST EINFACH GESEGNET mit einem emphatischen Herz und zuhörenden Augen! Was für ein Glück, dass sich unsere Wege immer wieder treffen.

  2. Das stimmt du kannst das Leben nur spielen
    Meine Erfahrung werde zum Beobachter deines Lebens 🦅korrigiere das was du wahrnimmst was nicht passt und wenn alles passt kannst du dich zurücklehnen
    Als Beobachter gibts kein Problem nur Freude und Glück und Fülle Ich bin…..

  3. Lieber Stef welche klugen Worte… Das erste Bsp mit der Tasse hat schon soo viele Freudentränen bei mir ausgelöst… Vielen lieben Dank dafür.
    Ja leider kommen wir im Alltag immer schnell vom Weg des Glücks ‘ab’.Schön dann dich zu kennen u deiner Einstellung zu folgen.
    Ganz in deinem Sinne geniessen wir gerade das Leben in Spanien in vollen Zügen.🌻🌺🌞LG

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