Gesundheit

Hashimoto-Thyreoiditis – Symptome und Behandlung

Hashimoto-Thyreoiditis – Symptome und Behandlung

Wenn Du ständig müde, erschöpft und energielos bist, kann das an einem stressigen Alltag liegen. In vielen Fällen kann aber auch eine chronische Schilddrüsenunterfunktion die Ursache sein, wie sie bei der Hashimoto-Thyreoiditis auftritt. Hier erfährst Du alles über die Krankheit von einer Expertin, die vor einigen Jahren selbst die Diagnose erhielt und sich daraufhin intensiver damit beschäftigte. Heute kann sie trotz der Diagnose ein normales Leben führen.

Meine Diagnose: Hashimoto-Thyreoiditis

Eines Abends ging ich gesund ins Bett und wachte am nächsten Morgen krank auf. Ich war plötzlich zu schwach, um etwas zu essen. Ich erinnere mich, es war ein Sonntag, ich saß 2 Stunden vor dem Mittagessen und es kostete mich unglaublich viel Energie.

Es folgte eine Reihe von Symptomen wie Wortfindungsstörungen, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gewichtsprobleme, Blähungen, Verdauungsprobleme, Magenkrämpfe, Übelkeit, Haarausfall und Symptome, die denen der Alzheimer-Krankheit ähneln.

An Tagen, an denen es mir sehr schlecht ging, sah der Alltag überwiegend so aus, dass ich nach dem Duschen, Haare waschen und Frühstücken jeweils eine Stunde Ruhe benötigte. Der Rest des Tages verstrich meistens auf der Couch, während ich darauf wartete, dass meine Kinder von der Schule nach Hause kamen.

Nach Jahren der Frustration und unzähligen Arztbesuchen, ohne klare Diagnose, entschied ich mich für einen anderen Ansatz. Ich wandte mich der alternativen Medizin zu, bildete mich selbst fort, machte zahlreiche Ausbildungen und stellte meine Ernährung um. Heute stehe ich jeden Morgen zwischen 5 und 6 Uhr ohne Wecker und voller Energie auf, bin frei von Medikamenten und meine Schilddrüse hat sich regeneriert.

Ich werde nun im Folgenden über die Symptome und die Diagnostik, sowie Ernährung, Nährstoffe, Hormone und den Lebensstil berichten und hierzu Tipps geben. Darüber hinaus gibt es noch eine Menge mehr darüber zu wissen. Falls Du mehr wissen möchtest, kannst Du meine Website besuchen. Zudem poste ich hier wöchentlich neue Inhalte über ganzheitliche Gesundheit.

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto-Thyreoiditis, auch bekannt als chronische lymphozytische Thyreoiditis, ist eine der häufigsten Formen der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und wird durch eine Autoimmunreaktion verursacht. Dabei greift das Immunsystem die Schilddrüse an. Das kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die das tägliche Leben beeinträchtigen. Das Erkennen und Verstehen der Symptome ist der erste Schritt zur Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung.

Symptome von Hashimoto-Thyreoiditis

Symptome von Hashimoto-Thyreoiditis

Die Symptome von Hashimoto können sehr unterschiedlich sein und sich über Jahre hinweg langsam entwickeln, was die Diagnose erschweren kann. Hier sind die häufigsten Anzeichen und Symptome, auf die Du achten solltest:

#1 Müdigkeit und Erschöpfung: Ein sehr häufiges Symptom ist anhaltende Müdigkeit, die auch nach ausreichend Schlaf nicht verschwindet.

#2 Gewichtszunahme: Unbeabsichtigte Gewichtszunahme ohne Änderung der Ernährung oder des körperlichen Aktivitätsniveaus kann ein Anzeichen für die verlangsamte Stoffwechselrate sein.

#3 Kälteempfindlichkeit: Eine übermäßige Empfindlichkeit gegenüber kühlen Temperaturen, oft verbunden mit Schwierigkeiten sich aufzuwärmen.

#4 Trockene Haut und Haarausfall: Die Haut kann trocken und rau werden und es kann zu einem merklichen Haarausfall kommen.

#5 Stimmungsschwankungen und Depression: Hashimoto kann zu Depressionen oder allgemein Schlafstörungen führen, oft begleitet von Stimmungsschwankungen.

#6 Vergrößerung der Schilddrüse (spezifische Symptome): Eine Schwellung im vorderen Halsbereich, bekannt als Kropf oder Struma, kann auftreten.

#7 Muskel- und Gelenkschmerzen (spezifische Symptome): Muskelschwäche oder Gelenkschmerzen können Anzeichen einer Hashimoto-Thyreoiditis sein.

#8 Verdauungsprobleme (spezifische Symptome): Probleme wie Verstopfung können auf eine verlangsamte Körperfunktion hinweisen.

#9 Menstruationsstörungen (spezifische Symptome): Frauen können unregelmäßige oder schwere Menstruationszyklen erleben.

Diagnostik von Hashimoto-Thyreoiditis

Die Diagnose des Hashimoto-Syndroms basiert auf einer Kombination aus Symptomen, Bluttests und mitunter einer Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Folgende Schritte sind üblich.

Bluttests

TSH-Test: Ein erhöhtes TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) deutet auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hin. TSH ist ein Hormon, das von der Hypophyse produziert wird und die Schilddrüse anregt, die Hormone (fT3 und fT4) zu produzieren.

Freie T3- und T4-Tests: Diese Tests messen die Menge der aktiven Schilddrüsenhormone im Blut. Bei Hashimoto können diese Werte zu niedrig sein.

Antikörpertests: Die Bestimmung von Antikörpern gegen Schilddrüsen-Peroxidase (TPO-Antikörper) und Thyreoglobulin kann helfen, eine Autoimmunreaktion zu identifizieren, die für Hashimoto typisch ist.

WICHTIG: Es ist wichtig, die TSH-, fT3- und fT4-Werte messen zu lassen, da diese Werte nur in ihrer Gesamtheit wirklich aussagekräftig für die Schilddrüsenfunktion sind.

Ultraschall

Ein Ultraschall der Schilddrüse kann verwendet werden, um deren Größe, Struktur und das Vorhandensein von Knoten oder anderen Anomalien zu bewerten.

Die frühzeitige Erkennung von Hashimoto durch die Beachtung dieser Symptome und die Bestätigung durch entsprechende Diagnoseverfahren ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung und das Management der Krankheit. Die Anpassung des Lebensstils, das Auffüllen von Mängeln wie z.B. Zink, Selen, Eisen, Jod usw., die Regulierung der Sexual- und Stresshormone und regelmäßige Kontrolle der Blutwerte können helfen, die Symptome und die Lebensqualität zu verbessern.

Bedeutung der Ernährung und hormonellen Balance

Durch meine Erfahrungen erkannte ich die entscheidende Rolle der Ernährung, des Lebensstils und der hormonellen Balance. Eine gut abgestimmte Ernährung und ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper sind essenziell, um die Symptome von Autoimmunerkrankungen und Lebensmittelunverträglichkeiten zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Nährstoffe und ihre Rolle bei der Hormonregulation

Selen ist ein Spurenelement, das besonders für die Schilddrüsenfunktion von Bedeutung ist. Es unterstützt die Umwandlung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (fT4) in das aktive Trijodthyronin (fT3), welche zum Teil in Leber und Darm stattfindet. Daher ist es wichtig Leber und Darm zu sanieren. Zudem spielt es durch seine antioxidativen Eigenschaften eine Rolle bei der Reduzierung von Entzündungen im Körper. Eine angemessene Selen-Zufuhr kann dazu beitragen, die Autoimmunreaktionen bei Hashimoto zu verringern und das Immunsystem zu stabilisieren.

Tyrosin ist eine Aminosäure, die direkt an der Produktion der Schilddrüsenhormone beteiligt ist. Als Baustein für die Schilddrüsenhormone ist es notwendig, um T3 und T4 zu synthetisieren. Sie sind wesentlich für den Stoffwechsel, die Energieerzeugung und die Regulation des Körpergewichts. Eine ausreichende Versorgung mit Tyrosin ist daher unerlässlich für Personen, die mit Hashimoto oder anderen Schilddrüsenproblemen kämpfen.

Jod ist ein weiterer kritischer Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Ohne Jod kann die Schilddrüse nicht genügend Hormone produzieren, was zu einer Hypothyreose und in weiterer Folge zu Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme und Depression führen kann. Die richtige Balance bei der Jodzufuhr ist entscheidend, da sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss negative Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion haben kann.

Bedeutsame Hormone bei einer Hashimoto-Thyreoiditis

Cortisol, das Stresshormon, spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation von Entzündungsreaktionen und der Modulation des Immunsystems. Ein Ungleichgewicht im Cortisolspiegel kann Autoimmunreaktionen verstärken und sollte durch Stressmanagement und ausreichenden Schlaf reguliert werden.

DHEA, ein Vorläuferhormon für Östrogen und Testosteron, unterstützt die Immunabwehr und hilft, den Alterungsprozess zu verlangsamen. Eine ausgeglichene Produktion von DHEA kann auch bei der Regulation anderer Hormone helfen und die allgemeine Vitalität verbessern.

Östrogen und Progesteron beeinflussen ebenfalls die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem. Ein Ungleichgewicht dieser Hormone, kann Symptome von Hashimoto verschlimmern. Viele Menschen haben ein Ungleichgewicht der Sexualhormone und wissen es leider nicht, deswegen ist es wichtig die Hormone im Speichel messen zu lassen und dazu auch gleich die Stresshormone zu ermitteln.

Testosteron wird zwar oft als männliches Hormon betrachtet, ist aber auch bei Frauen wichtig für Energie, Muskelkraft und allgemeines Wohlbefinden. Ein niedriger Testosteronspiegel kann zu Erschöpfung und Muskelschwäche führen.

Warum ist es so wichtig, einen Hormontest zu machen? Im Falle einer Nebenniereninsuffizienz entzieht die Nebenniere Progesteron und wandelt es in Cortisol um, was zu einem Mangel an Progesteron führt. Ein solcher Mangel kann viele Symptome verursachen: Brustspannen, Angst, Depressionen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Libidoverlust, Fehlgeburten, starkes Schwitzen, Herzrhythmusstörungen, Emotionales Ungleichgewicht, Ausbleiben der Regel, Zyklusverschiebungen, Erschwerte Gewichtsreduktion.

Ernährungsstrategien zur Hormonbalance

Eine Ernährung, die reich an essenziellen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralien ist, unterstützt nicht nur die Schilddrüsenfunktion, sondern auch die allgemeine Hormonbalance. Ballaststoffe sind wichtig für die Verdauung und helfen bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels, was wiederum den Insulin- und Cortisollevel beeinflusst.

Wichtig ist es die Lebensmittel, die man gerade nicht verträgt wegzulassen, so kann der Körper zu Ruhe kommen und gleichzeitig sollte man den Darm sanieren.

Integrative Ansätze in der Ernährungstherapie: Die Einbindung von ganzheitlichen Behandlungsmethoden, wie Meditation, Aromaölen oder Kräutern, kann zusätzlich unterstützend wirken. Diese können helfen, Stress zu reduzieren, den Schlaf zu verbessern und hormonelle Ungleichgewichte zu korrigieren.

Bedeutung von Schlaf und Erholung bei Hashimoto-Thyreoiditis

Bedeutung von Schlaf und Erholung bei Hashimoto-Thyreoiditis

Ausreichender und qualitativ hochwertiger Schlaf ist essenziell für die hormonelle Gesundheit. Schlechter Schlaf kann zu einem Anstieg von Cortisol führen und die Schilddrüsenfunktion negativ beeinflussen.

Stressbewältigung durch Achtsamkeit und Meditation: Stressmanagement ist entscheidend für die hormonelle Balance. Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion und Meditation können effektiv dabei helfen, den Cortisolspiegel zu regulieren und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

Ganz normales Leben führen mit Hashimoto-Thyreoiditis

Jeder Mensch reagiert anders auf Behandlungen. Doch meine Geschichte zeigt, dass es möglich ist, die eigene Gesundheit zu verbessern, selbst unter den Herausforderungen von Hashimoto und Lebensmittelunverträglichkeiten. Es ist meine Leidenschaft, anderen zu helfen, ihren eigenen Weg zu einem gesünderen und glücklicheren Leben zu finden.

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Autorin / Expertin

Marina Schröder

Mein Name ist Marina Schröder. Ich bin ausgebildete Ernährungs- und Gesundheitsberaterin, Hormonberaterin und selbst betroffen von Hashimoto.

Seit mehr als 15 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Hashimoto und ganzheitlicher Gesundheit und habe zahlreiche Ausbildungen dazu absolviert. Mein dadurch aufgebautes umfangreiches Wissen gebe ich an Betroffene in meiner Praxis oder auch online weiter. Ich arbeite befundorientiert, d.h. es werden Blut oder Speichel analysiert und die Ergebnisse als Basis der Behandlung verwendet.

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